
Was ist ganzheitliche Sexualtherapie?
Viele Menschen – Singles wie Menschen in Beziehungen – erleben sexuelle Blockaden: Vaginismus, Erektionsprobleme, Anorgasmie, Libidoverlust. Oft fühlt sich Intimität unmöglich an. Die Ursachen liegen meist tiefer: in Traumata, frühen Scham-Erfahrungen oder unbewussten Mustern wie „Lust ist gefährlich“.
Ganzheitliche Sexualtherapie verbindet fünf Methoden: Sexualtherapie, Traumatherapie (EMDR), Tiefenpsychologie, Psychodrama und Yogatherapie mit tantrischen Elementen. Diese Kombination arbeitet gleichzeitig mit Körper, Geist und Seele – was keine einzelne Methode allein leisten kann.
Das Besondere: Ich zeige Ihnen, wie Sie selbst wieder Zugang zu Ihrem Körper finden – allein oder mit Partner*in. Die Übungen führen Sie zu Hause durch, ohne Berührung durch mich. Klare Anleitung, sichere Begleitung, professioneller Rahmen.
Die fünf Säulen
Säule 1: Sexualtherapie
Hier geht es um konkrete Schwierigkeiten: Vaginismus, Erektionsprobleme, zu frühen oder zu späten Orgasmus, Anorgasmie, Libidoverlust. Die Arbeit nutzt bewährte Methoden wie Sensate Focus – schrittweise Annäherung an Berührung ohne Leistungsdruck.
Ein zentrales Element ist Orgasmic Meditation (OM) – eine achtsame Praxis mit Timer, bei der kein Orgasmus erreicht werden muss. Das nimmt den Druck raus und hilft dem Nervensystem zu lernen: Lust darf da sein, ohne dass etwas passieren muss. (→ Mehr zu OM in den FAQ)
Säule 2: Traumatherapie (EMDR)
Sexuelle Schwierigkeiten haben oft eine Vorgeschichte: sexualisierte Gewalt, Geburtstrauma, frühe Scham-Erfahrungen. Diese hinterlassen Spuren im Nervensystem – Verspannungen, Panik bei Berührung, inneres Abschalten.
EMDR ist eine anerkannte Traumatherapie, die dem Gehirn hilft, belastende Erinnerungen neu zu verarbeiten. Ohne diese Stabilisierung würde Körperarbeit retraumatisieren. Deshalb gilt: Erst Sicherheit schaffen, dann mit dem Körper arbeiten.
Säule 3: Tiefenpsychologie
Sexualität ist durchzogen von unbewussten Überzeugungen: „Lust ist gefährlich“, „Ich bin schuld“, „Ich bin nicht begehrenswert“. Diese inneren Sätze entstehen früh und wirken wie unsichtbare Drehbücher.
Tiefenpsychologische Arbeit macht diese Muster sichtbar und schaut, woher sie kommen.
→ Tiefenpsychologie einfach erklärt
Säule 4: Psychodrama
Tiefenpsychologie arbeitet mit dem Unbewussten, Psychodrama bringt es in die Handlung. Durch Rollen, Figuren und leere Stühle wird erlebt, nicht nur verstanden.
Wer hat Scham oder Schuld installiert? Diese Stimmen werden konkret verortet – ein Stuhl für jede Figur. Dann kommt der Rollentausch. Der Körper spielt die Szene nach. Und der Körper kann umlernen.
Ich arbeite monodramatisch – ohne Stellvertreter*innen. Nur Sie, Figuren, Stühle.
Säule 5: Yogatherapie + Tantra
Yogatherapie arbeitet mit Pranayama (Atemtechniken), Asana (Körperhaltungen) und Chakra-Arbeit – insbesondere dem Sakralchakra, das mit Lust verbunden ist.
Pranayama steuert das Nervensystem: beruhigen, aktivieren, balancieren. Wer lernt, Erregung über die Atmung zu steuern, gewinnt Kontrolle zurück – ohne Kampf.
Yin Yoga hält Positionen lange, was das Nervensystem beruhigt. Wenn der Fokus auf dem Sakralchakra liegt, kann Erregung oder erotische Fantasien entstehen. Das ist erwünscht. Diese Energie wird aufgegriffen.
Die OM-Meditation wird direkt im Yoga-Flow integriert: Wenn Erregung da ist, wird sie bewusst aufgegriffen. Timer. Danach Shavasana (Endentspannung) – das Nachspüren. Der Körper lernt: Ich kann mich wieder beruhigen. Es ist keine Gefahr da.
Diese Erfahrung wirkt sich direkt auf unabhängige Masturbation oder Sex mit Partner*in aus.
Das Zusammenspiel
Erst die Integration aller Ebenen schafft Heilung: Körper (Yoga, Atmung, Berührung), Geist (Tiefenpsychologie, Psychodrama), Seele (Trauma heilen, Lust wieder spüren).
Der Prozess – Was Sie erwartet
Der Prozess folgt einem klaren Stufenplan. Jeder Schritt wird erst gegangen, wenn der vorherige stabil ist. Die Dauer ist individuell – abhängig von der Komplexität des Problems.
Phase 1: Fundament
Anamnese: Welche Symptome? Seit wann? Traumata? Beziehung zum eigenen Körper?
Falls Traumata vorliegen: EMDR-Stabilisierung. Parallel medizinische Abklärung empfohlen.
Erste Übung: Beckenschaukel – sanfte Bewegung des Beckens, die Verspannungen löst. Dazu Pranayama.
Phase 2: Yin Yoga Integration
Yin Yoga mit Fokus auf Sakralchakra. Die Übungen sind immer gleich – für eigenständiges Üben zu Hause.
Bei Scham, Schuld oder Angst: Stopp, Nacharbeitung mit EMDR oder Psychodrama.
Phase 3: OM-Meditation im Yoga-Flow
Nach Yin Yoga ist das Nervensystem ruhig. Wenn Erregung entsteht: OM-Meditation. Timer. Kein Orgasmus-Ziel, nur Präsenz.
Danach Shavasana – Nachspüren. Der Körper lernt: Ich kann mich beruhigen. Keine Gefahr.
Phase 4: Unabhängige Masturbation mit Achtsamkeit
Achtsame Masturbation – auch ohne vorheriges Yoga. Die Techniken (Pranayama, Beckenschaukel, Timer) werden mitgenommen. Auch Pornografie wird achtsam integriert – nicht verboten.
Orgasmus ist Nebeneffekt, kein Ziel. Danach Nachspüren.
Phase 5: Integration
Transfer in den Alltag, zu Partner*in (falls vorhanden), in spontane Situationen.
Ziel: Keine lebenslange Vorbereitung nötig. Der Körper hat gelernt. Sex funktioniert – allein, zu zweit, mit Porno, ohne.
→ Dating mit 40: Körperkompetenz & Sexualität
Schrittweiser Aufbau:
Je nach Therapieprozess wird die Praxis erweitert – von Augenkontakt über nicht-genitale Berührung (Sensate Focus) bis zu freier sexueller Aktivität. Immer mit Achtsamkeit, Pranayama, ohne Druck.
Das Ziel:
Intimität mit Präsenz. Beide bringen sich selbst mit – stabil, geerdet, achtsam. Der Körper hat gelernt: Lust ist sicher. Jetzt lernt die Beziehung: Intimität ist möglich – ohne Kampf, ohne Leistung.
→ Trauma & Sexualität: Heilung für Paare
Das Ziel – Freiheit
Ganzheitliche Sexualtherapie zielt auf Freiheit: Sex funktioniert – allein, zu zweit, mit Porno, ohne. Weil Ihr Körper gelernt hat, dass Lust sicher ist.
Lust ohne Druck. Präsenz ohne Leistung. Intimität ohne Angst.
→ Mehr Details zu einzelnen Methoden finden Sie in den FAQ
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist das geeignet? Wann ist es nicht geignet?
- Funktionelle Störungen: Vaginismus, Erektionsprobleme, zu früher/später Orgasmus, Anorgasmie, Libidoverlust
- Traumafolgen: sexualisierte Gewalt, Geburtstrauma, frühe Scham
- Pornokonsum-Folgen: Desensibilisierung, „Death Grip“, PIED
- Singles und Menschen in Beziehungen
Auch ohne Trauma wirksam. Manchmal reicht Yogatherapie mit Pranayama.
Wann nicht geeignet?
Bei akuter Psychose, unbearbeiteten schweren Traumata, ungeklärten körperlichen Ursachen oder Suchtdynamik ist zunächst andere Behandlung nötig.
Was ist Orgasmic Meditation (OM)?
Orgasmic Meditation (OM) ist eine strukturierte, achtsame Berührungspraxis aus der tantrischen Tradition. Anders als der Name vermuten lässt, geht es nicht um Orgasmus.
So funktioniert OM: Ein Timer wird gestellt (klassisch 15 Minuten, therapeutisch oft kürzer). Die Berührung erfolgt achtsam, ohne Ziel. Der Fokus liegt auf dem gegenwärtigen Moment. Wenn der Timer klingelt, endet die Praxis – unabhängig davon, was passiert ist.
Warum OM in der Sexualtherapie? OM entkoppelt Berührung vom Leistungsdruck. Das Nervensystem lernt: Lust darf da sein, ohne dass etwas erreicht werden muss. In der Therapie wird OM in den Yoga-Flow integriert – nach Yin Yoga, wenn Erregung entsteht. Danach folgt Shavasana (Nachspüren). Der Körper lernt: Ich kann mich beruhigen. Keine Gefahr.
Wie lange dauert die Therapie?
Die Dauer ist individuell und hängt von mehreren Faktoren ab: Komplexität der Symptome, Schwere zugrunde liegender Traumata, Stabilität des Nervensystems, Regelmäßigkeit der Eigenpraxis.
Orientierung:
- Bei funktionellen Störungen ohne Trauma (z.B. Erektionsprobleme): oft einige Monate
- Bei Traumafolgen: zunächst EMDR-Stabilisierung, dann schrittweise Körperarbeit über mehrere Monate
- Bei komplexen Traumata: längerer Prozess, oft ein Jahr oder mehr
Jeder Schritt wird erst gegangen, wenn der vorherige stabil ist. Es gibt keinen Zeitdruck.
Was ist Sensate Focus?
Sensate Focus ist eine Methode aus der klassischen Sexualtherapie nach Masters & Johnson – schrittweise Annäherung an sexuelle Berührung ohne Leistungsdruck.
Die Stufen:
- Nicht-genitale Berührung (Genitalien tabu)
- Genitale Berührung ohne Geschlechtsverkehr
- Penetration ohne Bewegung
- Freie sexuelle Aktivität
Sensate Focus entkoppelt Berührung vom Leistungsdruck. Es geht um Empfindung, Präsenz, Kontakt – nicht um Erektion oder Orgasmus. Das Nervensystem lernt: Berührung ist sicher. In der ganzheitlichen Sexualtherapie wird Sensate Focus mit Pranayama und Achtsamkeit kombiniert.
Was ist das Sakralchakra und warum ist es wichtig?
Das Sakralchakra (Svadhisthana) ist das zweite Energiezentrum im yogischen System – etwa eine Handbreit unterhalb des Bauchnabels.
Wofür steht es? Lust, Sinnlichkeit, Emotionen, Kreativität, Lebensfreude, Beziehung zu sich selbst.
Blockaden: Scham, Schuld, Angst vor Intimität, emotionale Taubheit, sexuelle Funktionsstörungen.
Yogatherapie am Sakralchakra: Durch Yin Yoga (Hüftöffner, 3-5 Minuten gehalten) werden tiefliegende Faszien erreicht. Wenn der Fokus auf dem Sakralchakra liegt, kann Energie freigesetzt werden – oft als Erregung oder erotische Fantasien. Diese Energie wird nicht erzwungen, sie darf aufsteigen. In Kombination mit Pranayama wird das Nervensystem reguliert.
Kann ich die Therapie auch als Single machen?
Ja, absolut. Ganzheitliche Sexualtherapie richtet sich explizit auch an Singles.
Warum sinnvoll? Viele sexuelle Schwierigkeiten zeigen sich unabhängig von Beziehungen: Anorgasmie bei Masturbation, Vaginismus, PIED (Porn-Induced Erectile Dysfunction), Dissoziationen, Scham.
Der Vorteil als Single: Sie arbeiten in Ruhe an sich selbst, ohne Beziehungsdruck. Sie lernen, Ihren Körper wieder zu spüren, Lust zuzulassen, Grenzen wahrzunehmen. Alle Übungen (Beckenschaukel, Yin Yoga, OM-Meditation) führen Sie allein zu Hause durch. Was Sie lernen, nehmen Sie mit in zukünftige Beziehungen.
Was ist der Unterschied zu klassischer Sexualtherapie?
Klassische Sexualtherapie arbeitet verhaltenstherapeutisch (Sensate Focus, Hausaufgaben) und kognitiv (Gespräche, Aufklärung).
Ganzheitliche Sexualtherapie erweitert das um:
- Trauma (EMDR): Verarbeitung traumatischer Erfahrungen
- Unbewusstes (Tiefenpsychologie): Erkennen unbewusster Muster
- Körper (Yogatherapie + Tantra): Arbeit mit Nervensystem, Atmung, Energie
Konkret: Klassische Therapie: „Üben Sie Sensate Focus.“ Ganzheitlich: „Üben Sie Sensate Focus. Bei Panik: EMDR. Bei Schuld: Psychodrama. Parallel: Pranayama zur Nervensystem-Regulation, Yin Yoga zum Körperspüren.“
Sinnvoll bei: Traumahintergrund, tiefer Scham, Dissoziation, wenn klassische Therapie nicht ausreichend half.
Wie sieht eine typische Therapiesitzung aus?
Eine Sitzung dauert 60-90 Minuten, je nach Bedarf.
Ablauf:
- Check-in (5-10 Min): Wie geht es Ihnen? Wie liefen die Hausaufgaben?
- Therapeutische Arbeit (40-70 Min): Je nach Phase – EMDR-Sitzung, Psychodrama, tiefenpsychologisches Gespräch oder Anleitung zur Körperarbeit (Beckenschaukel, Yin Yoga, Pranayama)
- Integration (10 Min): Was nehmen Sie mit? Welche Übungen zu Hause? Klare Anweisungen, Warnsignale besprechen
Wichtig: In der Praxis findet keine körperliche Berührung statt. Ich zeige Ihnen Übungen, die Sie zu Hause durchführen. Die Arbeit ist verbal, psychodramatisch oder – bei EMDR – mit bilateraler Stimulation.
Was kostet die Therapie?
Als Sozialarbeiter M.A. und Heilpraktiker für Psychotherapie werden die Kosten in der Regel nicht von gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Kosten:
- Einzelsetting: 100 € pro Sitzung (60 Minuten)
- Mit Partner*in: 140 € pro Sitzung (60 Minuten)
Private Versicherungen: Viele private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen für Heilpraktiker-Leistungen erstatten teilweise oder vollständig. Bitte informieren Sie sich dazu bei Ihrer Krankenkasse.
Erstgespräch: Ein unverbindliches Erstgespräch (20-30 Minuten) ist oft kostenfrei oder zu reduziertem Preis möglich.
Muss ich nackt sein oder mich ausziehen?
Nein, absolut nicht.
In der Praxis findet keine körperliche Berührung statt und Sie ziehen sich nicht aus. Alle Sitzungen finden im Gespräch, im Psychodrama oder – bei EMDR – mit Augenbewegungen statt.
Die Körperarbeit (Yoga, Beckenschaukel, OM-Meditation) führen Sie zu Hause durch – in Ihrer eigenen Privatsphäre, allein oder mit Partner*in.
Ich bin der Trainer, der Ihnen zeigt, wie Sie selbst wieder Zugang zu Ihrem Körper finden. Ich stehe nicht im Bett daneben.
Was bedeutet Informed Consent?
Informed Consent bedeutet: Sie werden vor jeder Übung oder therapeutischen Intervention vollständig informiert und geben Ihre ausdrückliche Zustimmung.
Konkret:
- Jede Phase wird vor Beginn genau erklärt: Was kommt? Warum? Was kann passieren?
- Sie entscheiden bewusst, ob Sie weitergehen möchten
- Bei Unsicherheit wird nicht weitergemacht
- Sie haben jederzeit eine Abbruchoption – ohne Rechtfertigung, ohne dass es als Versagen gilt
Professioneller Rahmen: Ich arbeite als Heilpraktiker für Psychotherapie – ein gesetzlich geschützter Rahmen mit klaren ethischen Grenzen. Ihre Sicherheit und Autonomie stehen an erster Stelle.

